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Wie kommt es, dass ein Buch, das wir nach Jahren wieder lesen, nicht mehr dasselbe ist? Das Buch hat sich wohl kaum verändert. Aber wir. Und so lesen wir es anders, weil eben unsere
eigene Geschichte nicht mehr dieselbe ist. Das ist eher ein gutes Zeichen – für das Buch wie für uns. Texte sind Lebewesen, und Lesen bedeutet immer wieder neue Gespräche mit ihnen. Sicher braucht es dazu Zeit, aber
diese Zeit nehmen wir uns nicht; im Gegenteil, wir schenken sie uns.
Aus: Waltraud Legros; Was die Wörter erzählen (München 1997)
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